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Bürokultur heute, Silke Heep-Rheinganz, Bacharach

Gewohnheiten durchbrechen und den Fokus auf die eigenen Vorhaben richten ...

2 Dinge, mit denen du dir selbst schon früh am Morgen deinen Energie-Stecker ziehen kannst: Social Media und E-Mails

 

Ja, ich weiß – das Thema ist etwas heikel. Und in meinem Beratungsalltag braucht es da auch schon mal ordentlich Überzeugungsarbeit, um daran etwas zu verändern. Worum geht es genau?

 

Unumstritten ist, dass E-Mails wie auch Facebook & Co. wahre Zeitfresser sein können. Einmal damit angefangen, vergehen Stunden wie im Flug und wir scheinen alles um uns herum zu vergessen. Doch das ist nicht alles.

 

Social-Media im Bett …

Vielleicht gehörst du auch zu den Menschen, die gleich nach dem Aufwachen zum Smartphone greifen oder spätestens am Frühstückstisch mal schnell bei Facebook & Co vorbeischauen und nachsehen, was sich über Nacht so alles getan hat: neue Posts mit tollen Fotos, coole Stories und Highlights aus dem Leben der Freunde …

Natürlich kann es auch lustige und aufmunternde Meldungen geben, die dich schwungvoll aus dem Bett hüpfen lassen.

Doch was passiert, wenn dich Claudio und Jutta schon wieder aus einer ihrer tollen Wochenend-Stories anstrahlen, dein eigenes Wochenende dagegen eher ereignislos verlief (was dir aber erst jetzt negativ aufstößt, da du endlich mal klar Schiff im Keller machen konntest)? Oder dein Kumpel Frank am Vorabend schon wieder einen 10-Kilometer-Lauf in fantastischer Zeit hingelegt hat, du selbst dich nach einem strammen 11-Stunden-Arbeitstag aber nur noch auf die Couch werfen konntest? Oder wenn der Beitrag deines Kollegen Klaus Mayer schon 23 ‚Daumen hoch‘ bekommen hat und du noch einstellig unterwegs bist?

 

Ganz automatisch wird in deinem Gehirn der Bereich für Vergleiche getriggert: Du vergleichst dein Leben mit dem, was andere online stellen. Schlimmer noch: Plötzlich ist das, was sich bis gestern Abend noch gut und richtig angefühlt hat, in Schieflage.

Was glaubst du? Wird das deinen Tatendrang für den Tag steigern, dich unterstützen und wirst du deine geplanten Vorhaben motiviert und schwungvoll umsetzen? Nein? Dann habe ich folgenden Tipp für dich:

 

Logo Verbanne das Smartphone aus dem Schlafzimmer und lege es künftig an einen Platz, auf den du am Morgen nicht gleich draufschaust. Überlege dir stattdessen, was du in Zukunft in deine Morgenroutine aufnehmen willst (z. B. ausgedehntes, genussvolles Frühstück, Frühsport, mentale Einstimmung auf den Tag, Meditation usw.). Erledige erst eine Aufgabe, die dich beflügelt und dich dabei unterstützt, deine wirklichen Vorhaben zu realisieren und umzusetzen. Erst danach schau bei Facebook & Co. vorbei.

 

Ja, ich weiß, diese Gewohnheit zu durchbrechen kann hart sein. Doch es lohnt sich, dich vorrangig auf das zu konzentrieren, was dich auch tatsächlich voranbringt und nicht auf das zu schauen, was andere aus ihrem Leben berichten.

Bitte? Dir fällt gerade ein, dass du dein Smartphone ja auch als Wecker nutzt? Oh nein, vergiss es, dafür gibt es tolle Alternativen ;-)

 

E-Mails first …

Hast du eigentlich eine Morgenroutine am Schreibtisch etabliert und wenn ja, wie sieht die aus? Viele starten morgens mit dem Abrufen der E-Mails. Und tatsächlich ist es in einigen Branchen und Arbeitsbereichen, z. B. dem Kundenservice, Sekretariaten etc. auch unerlässlich, gleich morgens das E-Mail-Postfach zu checken.

 

Aber: Gehörst du nicht zu solch einer Gruppe und wartest du auch nicht gerade auf eine wichtige Information, um mit deiner Arbeit loslegen zu können, beginne nicht mit deinem Posteingang, sondern lass ihn links liegen!

Ohh, ich kann den Aufschrei bis hier oben auf den Berg hören. „Nein, das geht auf keinen Fall!“, „Es gehört zu meiner Arbeit dazu, dass ich zuerst die E-Mails abrufe!“, „Ich will doch wissen, was gestern nach Feierabend reingekommen ist!“, „Mein Chef erwartet das von mir!“, „Bei anderen mag das klappen, bei mir aber niemals!“ – das ist nur ein Auszug der üblichen Reaktionen in meinen Seminaren.

 

Doch was du dir bewusst machen solltest ist, dass es sich beim überwiegenden Teil der Posteingänge um „Forderungen“ anderer handelt und du dich somit eben auch zuerst einmal um die Interessen anderer kümmerst. Und das in der für die meisten Menschen produktivsten Tageszeit!

Was glaubst du? Unterstützt dich das auch bei DEINEN Interessen, also dabei, DEINE Ziele zu erreichen und DEINE Aufgaben zu erledigen? Nein? Dann habe ich folgenden Tipp für dich:

 

Logo Ist es nicht vorrangig deine Aufgabe, dich um die „Forderungen“ und Interessen anderer kümmern zu müssen, konzentriere dich in den ersten 60 – 90 Minuten deiner Arbeitszeit auf DEINE Projekte und beschäftige dich mit wichtigen Aufgaben, die dich an DEIN Ziel bringen. Danach kann ein E-Mail-Arbeitsblock folgen.
Es geht auf keinen Fall darum, E-Mails von Kunden und Kollegen zu ignorieren. Es geht darum, dich zuerst mit dem zu beschäftigen, was dich bei deiner Arbeit unterstützt, also was dich und deine Vorhaben voranbringt.

 

Beim bewussten Umgang mit E-Mails und auch Social Media & Co. ist ein weiterer angenehmer Nebeneffekt, dass du dich nicht gleich in den ersten Minuten des Tages verzettelst und wertvolle Zeit vergeudest.

 

Bist du bereit, es einmal auszuprobieren? Dann wünsche ich dir ein erfolgreiches Weiterkommen bei deinen Vorhaben!