SHR quergedacht, Silke Heep-Rheinganz, Bacharach-Neurath
Bürokultur heute, Silke Heep-Rheinganz, Bacharach

Plötzlich Homeoffice - und was nun? Z. B. Limit setzen, um nicht selbst schnell am Limit zu sein ...

... Stolperfallen im Homeoffice meistern

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die schon öfter mit dem Arbeiten im Homeoffice geliebäugelt haben und nun – ganz unverhofft und plötzlich – genau damit klarkommen müssen?

Dann haben Sie möglicherweise auch schon Bekanntschaft mit den Heimwerker-Tücken gemacht, die überall lauern und die auch zahlreichen Selbstständigen nur allzu bekannt sind:

 

Was, erst 5.50 Uhr? Da geht noch was – und schon ist die Schlummertaste am Wecker gedrückt … Wie schön, sich am Frühstückstisch Zeit lassen zu können, das geht sonst nur am Wochenende … Arbeiten im gemütlichen Schlabber-Look – wollte ich schon immer mal … Ach, schnell noch eine Ladung Wäsche in die Maschine, die dann zwischendurch aufgehängt werden kann … Rasch die Küche putzen, den Schrank reparieren, mit der Schwester telefonieren oder mal eben zwischendurch an den Briefkasten gehen – all das ist ziemlich verführerisch. … Stopp, da war doch was!? Genau, Termine müssen nach wie vor eingehalten werden, bestimmte Arbeiten müssen fristgerecht fertig sein, Kollegen warten möglicherweise auf Ihre Zuarbeit … Im Klartext heißt das, Sie müssen liefern!

 

Doch wo ansetzen, wenn der gewohnte Rahmen plötzlich fehlt oder man noch nie einen solchen hatte?
Hier meine Tipps für das Arbeiten zu Hause:

 

Infrastruktur und Wohlfühlfaktor

Absolut wichtig: eine funktionsfähige Infrastruktur mit Hard- und Software, Internetverbindung und Kommunikationsmitteln muss vorhanden sein. Hilfreich ist außerdem - soweit die Räumlichkeiten es zulassen -, einen festen Platz zu definieren, an dem nach Möglichkeit nur gearbeitet wird.

Und: Sie sollten sich an Ihrem Homeoffice-Platz wohlfühlen. Zu Hause haben Sie die Möglichkeit, Ihren Arbeitsplatz ganz nach Ihren eigenen Bedürfnissen und Wünschen zu gestalten – unbedingt nutzen! Schaffen Sie sich ein Umfeld, dass Sie dabei unterstützt, produktiv zu arbeiten und in dem Sie möglichst nicht abgelenkt werden.


Zu Ihrer persönlichen Strategie

Ich weiß, für viele von Ihnen klingt es staubtrocken und langweilig. Doch auch Homeoffice klappt am besten mit einer gewissen Routine und möglichst festen Abläufen. Daher: bleiben Sie Ihrem Typ treu und versuchen Sie Ihren Büro-Arbeitsrhythmus beizubehalten.

 

Routine und Rituale

Genauso wie Sie sonst um 6 Uhr aufstehen, ins Bad gehen, sich anziehen, frühstücken und zur Arbeit fahren, sollten Sie versuchen, auch zu Hause diesen gewohnten Ablauf beizubehalten. Fangen Sie den Tag normalerweise mit Sport oder Meditation an, halten Sie daran fest.
Die Fahrt zur Arbeit können Sie durch den ganz bewussten Gang an Ihren Arbeitsplatz und den Gedanken „Ich arbeite jetzt konzentriert!“ ersetzen und schon kann es losgehen.

 

 Kleidung

Auch wenn dieses Detail manchmal milde belächelt wird: es macht einen mentalen Unterschied, ob Sie im Schlafanzug am Schreibtisch sitzen oder sich für die Arbeit ankleiden. Nein, Sie müssen natürlich nicht im Anzug oder Kostüm am heimischen Schreibtisch sitzen, doch für einen überraschenden Skype-Termin oder eine Videokonferenz sollten Sie schon passend angezogen sein.

 

 Der rote Faden

Struktur hilft enorm, vor allem dann, wenn Sie z. B. keine festen Termine haben, zu denen Sie liefern müssen.
Haben Sie bislang nicht mit einem Tagesplan gearbeitet, ist das jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um damit zu beginnen. Und so funktioniert es:
Nehmen Sie sich am Tag zuvor ca. 5-10 Minuten Zeit, um die Aufgaben für den Folgetage festzulegen. Halten Sie schriftlich fest, was Sie wann am nächsten Tag erledigen wollen und wieviel Zeit Sie voraussichtlich benötigen. Bitte Prioritäten beachten. Das ist Ihr roter Faden durch den Tag, der Ihnen Orientierung gibt und verhindert, dass Sie durch zu viel Ablenkung das Tagespensum nicht schaffen oder sich zu viel Privates mit der Arbeit vermischt.

 

 Pausen einplanen

Gerade weil man zu Hause sein ganz eigenes Tempo gehen kann, kommen Pausen oft zu kurz, werden regelrecht vergessen. Achten Sie bitte unbedingt darauf, dass Sie konsequent und in regemäßigen Abständen den Stift zur Seite legen. Gönnen Sie sich vor- und nachmittags Mini-Auszeiten z. B. kurz an die frische Luft gehen, sich mit Kaffee versorgen oder einen Schwatz mit Ihren Kollegen machen – das geht auch per Telefon. In der längeren Mittagspause darf es dann auch mal ein richtiger Spaziergang oder ein Nickerchen sein. Hauptsache, Sie schalten mal für kurze Zeit ab. Ach ja, nehmen Sie die Pausen unbedingt in Ihren Tagesplan mit auf.

 

 Sinnvoll kommunizieren

Natürlich ist es wichtig, weiterhin mit den Kollegen, dem Chef oder den Partnern in Kontakt zu bleiben. Über welchen Kanal das am sinnvollsten ist, sollte mit dem Team/den Kollegen geklärt werden. Auch muss untereinander kommuniziert werden, wer wann erreichbar ist. Ein solcher Termin ist genauso verbindlich, wie das Treffen im Besprechungsraum.

 

 Wertvoller Austausch

Tauschen Sie sich mit den Kollegen aus: Was läuft bei wem gut? Wo hakt es noch und wer hat hierfür einen Tipp? So kann auch die plötzlich fehlende persönliche Kommunikation ein wenig kompensiert werden.

 

 Finden Sie ein Ende

Der Reiz, am Abend noch 2 – 3 Stunden dranzuhängen, ist im Homeoffice besonders groß – der Flow manchmal sogar noch viel größer. Trotzdem: der Arbeitstag sollte nicht länger als im Büro sein. Auch Selbstständige sollten sich unbedingt ein Limit setzen, um nicht selbst schnell am Limit zu sein. Außerdem wichtig: das Wochenende unbedingt zur Erholung nutzen.

 Klopfen Sie sich auf die Schulter

Es ist absolut normal, wenn nicht gleich alles reibungslos klappt und vielleicht auch mal der innere Schweinehund stärker ist. Machen Sie sich auch bewusst, dass nicht alles so laufen und funktionieren kann, wie an Ihrem üblichen Arbeitsplatz. Z. B. sind die Wege nun oft "weiter", die Hürden größer.  Gehen Sie daher nicht zu hart mit sich selbst ins Gericht. Ziehen Sie am Abend ein kurzes Resümee, überlegen Sie, wo Sie noch etwas nachjustieren können und nehmen sich das für den nächsten Tag vor. Für alles andere klopfen Sie sich anerkennend auf die Schulter und belohnen sich mit etwas, was Sie glücklich macht :-)

 

Sie haben neben dem Homeoffice zurzeit auch Kinder zu Hause zu betreuen? Dann gibt es hier weitere hilfreiche Tipps für Sie: Homeoffice und Homeschooling https://www.kika.de/erwachsene/aktuelles/homeoffice-mit-kindern-100.html »

 

Ja, das Arbeiten zu Hause hält ein paar Fallstricke bereit. Doch mit den genannten Tipps können Sie auf jeden Fall gegensteuern.


Braucht es doch noch etwas mehr, damit es im Homeoffice richtig rund läuft? Dann wird Sie mein aktuelles Kurz-Coaching-Angebot » interessieren ...

 

 Ein weiterer Tipp für Sie: Dörthe Hortig - Triyoga im Homeoffice »